Küchenthemen

Arbeitsplatten: welches Material passt zu Ihnen?

Die Arbeitsplatte ist das am härtesten beanspruchte Teil Ihrer Küche. Auf ihr wird geschnitten, abgestellt, verschüttet und gewischt. Jeden Tag, über viele Jahre. Deshalb lohnt es sich, bei diesem Bauteil genauer hinzusehen als bei fast jedem anderen. Die gute Nachricht: Es gibt kein „bestes" Material. Es gibt das Material, das zu Ihrem Kochverhalten passt.

Quarzkomposit: der pflegeleichte Allrounder

Quarzkomposit besteht zum größten Teil aus gemahlenem Quarz, gebunden mit Harz. Das Ergebnis ist eine porenfreie Oberfläche, und genau die macht den Unterschied im Alltag. Rotwein, Kaffee oder Kurkuma ziehen nicht ein, ein feuchtes Tuch reicht. Imprägnieren müssen Sie Quarzkomposit nie.

Eine Eigenschaft sollten Sie aber kennen: Das Harz verträgt keine große Hitze. Einen Topf direkt vom Herd stellen Sie besser auf einen Untersetzer, sonst kann die Stelle matt werden oder sich verfärben. Wer viel und hektisch kocht und Untersetzer für lästig hält, ist bei Granit oder Keramik besser aufgehoben.

Granit und Naturstein: robust und jedes Stück ein Unikat

Granit ist ein Naturprodukt. Keine zwei Platten sehen gleich aus. Viele Kunden schätzen genau das daran. Heiße Töpfe machen ihm nichts aus, Kratzer sind im normalen Gebrauch kaum ein Thema.

Dafür ist Naturstein leicht porös und will alle paar Jahre imprägniert werden, damit Öl und farbintensive Lebensmittel keine Ränder hinterlassen. Das ist kein großer Aufwand, gehört aber zur ehrlichen Beratung dazu. Bei hellen Sorten empfehlen wir die Imprägnierung etwas häufiger als bei dunklen.

Keramik: unempfindlich, aber mit Eigenheiten

Keramikplatten werden bei sehr hohen Temperaturen gebrannt und sind dadurch kratzfest, hitzebeständig und lichtecht. Auch nach Jahren am Südfenster bleicht die Farbe nicht aus. Die Platten sind mit 12 Millimetern deutlich dünner als andere Materialien, was der Küche eine sehr klare, moderne Linie gibt.

Zwei Dinge geben wir zu bedenken: Schwere Gegenstände, die auf eine Kante fallen, können Keramik absplittern lassen. Und nachträgliche Änderungen, etwa ein zusätzlicher Ausschnitt für einen Wasserhahn, sind aufwendiger als bei anderen Materialien.

Schichtstoff: mehr Platte fürs Geld

Schichtstoffplatten haben einen Kern aus Holzwerkstoff und eine widerstandsfähige Dekorschicht. Die Dekore sind in den letzten Jahren erstaunlich gut geworden. Eine Betonoptik oder ein Steindekor erkennen viele erst auf den zweiten Blick als Nachbildung. Preislich liegt Schichtstoff deutlich unter Stein und Keramik, und für die meisten Haushalte reicht die Strapazierfähigkeit völlig aus.

Wichtig ist der Umgang mit Wasser: Stehende Nässe an Stoßkanten und rund um die Spüle sollte nicht zur Gewohnheit werden, weil der Holzkern quellen kann. Wer diszipliniert wischt, hat viele Jahre Freude daran.

Massivholz: warm, lebendig, arbeitsintensiv

Eine geölte Holzplatte fühlt sich an wie kein anderes Material und altert mit Würde, denn Gebrauchsspuren gehören hier zum Konzept. Sie will dafür regelmäßig geölt werden, und der Bereich um die Spüle braucht Aufmerksamkeit. In vielen Küchen kombinieren wir deshalb: Holz auf der Insel oder am Sitzbereich, Quarzkomposit oder Keramik an der Kochzeile.

Farbe, Dicke, Kante: die Entscheidungen danach

Ist das Material gewählt, geht es um die Wirkung. Dunkle Platten zu hellen Fronten sind der Klassiker und verzeihen optisch am meisten. Helle Platten machen kleine Küchen größer, zeigen aber Krümel deutlicher. Bei der Dicke reicht die Spanne von 12 Millimetern (Keramik, sehr grafisch) bis 40 Millimetern (klassisch, wertig). Das ist reine Geschmackssache, kein Qualitätsmerkmal.

Am besten entscheidet die Hand, nicht das Foto. In unserer Ausstellung in der Gröpelinger Heerstraße liegen die Materialien nebeneinander. Sie können über die Oberflächen streichen, Kanten vergleichen und Muster gegen Ihre Frontfarbe halten. Bringen Sie gern ein Foto Ihrer Küche mit.

Jetzt Termin vereinbaren

Wir beraten Sie gerne bei einem unverbindlichen Gespräch

0421 380 355 77Öffnungszeiten