Küchenthemen
Stauraum: die Ecke ist kein Endgegner
Ob eine Küche im Alltag funktioniert, entscheidet sich selten an der Front, sondern daran, ob alles seinen Platz hat und ob man da auch wieder herankommt. Stauraum ist Planungsarbeit. Ein paar Entscheidungen machen dabei den Unterschied zwischen „Schränke voll" und „alles griffbereit".
Auszüge statt Türen: unten immer
In Unterschränken mit Drehtür verschwindet die hintere Hälfte des Inhalts im Dunkeln. Wer den großen Topf braucht, räumt erst drei kleine beiseite, und zwar in der Hocke. Vollauszüge holen den kompletten Inhalt zu Ihnen heraus, von oben einsehbar. Der Aufpreis gegenüber Türen ist überschaubar, der Unterschied im Alltag groß. In unseren Planungen sind Unterschränke deshalb fast immer Auszüge; Drehtüren setzen wir gezielt dort, wo sie Sinn ergeben, etwa unter der Spüle.
Die Ecke: vier Wege, sie zu nutzen
In fast jeder L- oder U-Küche entsteht eine Ecke, und unbehandelt ist sie toter Raum. Die gängigen Lösungen, vom einfachsten zum komfortabelsten:
- Eckschrank mit Drehtür und Winkelboden: Preiswert, aber die hintere Ecke bleibt schwer erreichbar. Gut für Dinge, die selten gebraucht werden: die Springform, das Fondue-Set.
- Karussell: Drehböden bringen den Inhalt zur Tür. Bewährt, allerdings sind die Böden meist rund, an den Rändern verschenkt man etwas Fläche.
- Schwenkauszug (oft „LeMans" genannt): Nierenförmige Böden schwenken komplett aus dem Schrank heraus zu Ihnen. Der Inhalt der ganzen Ecke steht vor Ihnen, nichts bleibt hinten liegen. Aus unserer Sicht die Lösung mit dem besten Verhältnis aus Komfort und Preis.
- Ecke bewusst „opfern": Manchmal ist es ehrlicher, die Ecke von der Nachbarseite als tiefen Stauraum anzufahren oder sie gleich für etwas anderes zu nutzen. Auch das rechnen wir im Termin durch, denn nicht jede Beschlagslösung amortisiert ihren Preis.
Der Apothekerschrank: viel Inhalt auf 30 Zentimetern
Ein Apothekerauszug nutzt schmale Lücken, oft reichen 30 Zentimeter Breite, und macht daraus einen raumhohen Vorratsschrank, der sich komplett herausziehen lässt. Beide Seiten sind zugänglich, nichts steht in zweiter Reihe. Neben dem Kochfeld platziert, haben Sie Öl, Gewürze und Vorräte mit einem Griff zur Hand.
Die unterschätzten Reserven
Zwei Flächen werden in fast jeder Bestandsküche verschenkt. Erstens die Höhe: Hängeschränke bis zur Decke sehen nicht nur ruhiger aus, die oberste Ebene fasst genau das, was man zweimal im Jahr braucht. Zweitens der Sockel: In den rund 10 Zentimetern unter den Unterschränken stecken auf Wunsch flache Sockelschubladen. Für Backbleche, die flache Pfanne oder den Getränkekasten ist das oft die eleganteste Lösung.
Innen zählt es weiter
Ein breiter Auszug ohne Einteilung wird zur Wühlkiste. Besteckeinsätze, Tellerhalter und verstellbare Trennstege sind keine Spielerei, sondern der Grund, warum eine Küche auch nach fünf Jahren noch aufgeräumt ist. Wir planen die Innenorganisation gleich mit, dann passt der Standmixer in genau das Fach, das für ihn gedacht war.
Probieren geht über Katalogbild: In unserer Ausstellung können Sie Schwenkauszug, Karussell und Apothekerschrank nebeneinander aufziehen. Was sich für Sie richtig anfühlt, merken Sie in dreißig Sekunden.
